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Veranstaltung IRWA „Moskau- das dritte Rom“

Der Verein zur Integration der russlanddeutschen Wissenschaftler und Akademiker hat am 5. April 2011 alle Interessierten in die evangelische Kirche in Köln Chorweiler zum Abend "des dritten Roms" eingeladen.

Dr. Illya Kozyrev, Autor des Buches "Moskau – das dritte Rom", hat an diesem Abend sein neues Buch vorgestellt. Es handelt sich dabei um eine Dissertation mit der Kozyrev an der Universität Vechta promoviert hat. Das Buch berichtet über die politische Theorie vom dritten Rom mit ihren Auswirkungen auf die Identität der Russen und die russische Politik, sowohl was die Innenpolitik, als auch die Außenpolitik anbelangt. 

Die Präsentation begann mit der Entstehung der Theorie des "dritten Roms", nachdem das "erste Rom" (des weströmischen Reiches) und das "zweite Rom" (Byzanz) untergegangen waren. Es waren nicht nur die Zaren, die sich im Verlauf der russischen Geschichte dieser religiös-politischen Theorie bedienten, um ihren Einfluss auszuweiten bzw. zu festigen, sogar Stalin und nicht zuletzt Putin wussten bzw. wissen um die Kraft dieser Zauberformel und nützen sie zur Konsolidierung ihrer Macht. 

Nicht nur beiläufig beschäftigte sich der Autor auch mit der Identitätskrise der heutigen Russen und einem neu erwachenden Nationalbewusstsein.

Der Vortrag wurde bereichert durch einen Ausschnitt aus dem legenderen sowjetischen Film "Iwan der Schreckliche" aus dem Jahre 1945 von Sergej M. Eisenstein: Hier geht es um die Krönungsrede mit der Ernennung Moskaus zum dritten Rom.

Besonderes Interesse erweckten bei den vielen Gästen die Intervievs mit dem Ständigen Vertreter des Moskauer Patriarchats in Deutschland, Erzbischof Longin v. Klin, sowie mit dem Russlandredakteur der Frankfurter Rundschau, Florian Hassel und mit Dr. Werner Hoyer, dem Staatsminister im Auswärtigen Amt, die Kozyrev allesamt für die Vorbereitung seiner Arbeit durchgeführt hatte.

Auf die Präsentation folgte eine leidenschaftliche Diskussion, die vom Vorsitzenden des Vereins IRWA, Dr. Edgar Flick, moderiert wurde. Es wurden die verschiedensten Fragen gestellt, wie z.B.: "Darf man bei einer wissenschaftlichen Arbeit den Quellen aus Russland überhaupt vertrauen?", bis hin zu den "Folgen aus der wachsenden Annäherung der Russisch-Orthodoxen Kirche an den russischen Staat".

Marina Zaretskaja