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Egon Andris, Egon,19.02.1937 in Elenendorf (heute Hanlar), Azerbaidschan.Prof. Dr.,Sportwissenschaftler und Leichtathletiktrainer, der heute in Bochum lebt. Im Oktober 1941 wurde er mit seiner Familie nach Kasachstan deportiert. Die Kriegszeit verbrachte er im Dorf Jagodnoe bei Kuluton; ab 1945 lebte er in Karaganda. 1952 lernte er Gertrud Mayer kennen und trainierte bei ihr Hammerwerfen. Gertrud Mayer wurde 1912 als Pastorentochter in der georgischen Stadt Tbilisi geboren und war vor dem Krieg eine prominente sowjetische Sportlerin; sie stellte 1931 einen Landesrekord im Kugelstoßen auf. In der Hammerwurfdisziplin brachte Egon Andris es 1960 zu sportlichen Meisterehren. 1957 beendete er das Bergbautechnikum und arbeitete zwei Jahre als Elektromechaniker in einer Kohlengrube, bevor er beschloss, sein Leben ganz dem Sport zu widmen. Von 1959 bis 1963 studierte er in Taschkent, Usbekistan am Institut für Körperkultur und Sport und trainierte bei dem bekanntem Wurftrainer Alexander Wink. 1963 wurde Egon Andris Dritter in der UdSSR-Meisterschaft und stand auf dem achten Platz der Weltrangliste; er war für die Olympiade 1964 in Tokio nominiert. Danach arbeitete er als Sportlehrer, Assistent und Trainer bei den Sportvereinen „Dynamo“ und „Burewestnik“, sowie an der staatlichen kasachischen Universität in Alma Ata und beim staatlichen usbekischem Institut für Körperkultur und Sport. Aus Interesse an der Sportwissenschaft promovierte Egon Andris von 1969 bis 1972 am staatlichen medizinischen Institut Taschkent, wurde Lehrstuhlinhaber für Leichtathletik und wurde zum Professor der Sportpädagogik und Sportbiochemie berufen. Er veröffentlichte mehr als 100 wissenschaftliche Artikel, Lehrbücher und Monografien und betreute als Professor zahlreiche Dissertationen.
Gesellschaftlich engagierte er sich von 1995 bis 1999 als Vorsitzender des Kulturzentrums der Deutschen in Usbekistan; diese Arbeit geschah in Kooperation mit der deutschen Botschaft in Usbekistan und dem deutschen Innenministerium; über die durchgeführten Veranstaltungen wurde in den staatlichen Medien, insbesondere im Fernsehen, ausführlich berichtet. Der Schwerpunkt dieser Tätigkeit war die deutsche Kultur und Geschichte, die Vergangenheit und Zukunft der Deutschen in Usbekistan und der ehemaligen Sowjetunion. 2001 übersiedelte er nach Deutschland.
Sofort nach der Einreise wurde er Übungsleiter im Leichtathletik-Verein Rathenow und bildete im Wurfbereich eine Jugendgruppe. Seine Schützlinge nahmen an Meisterschaften auf Kreis-, Landes, Bundes- und internationaler Ebene teil und erreichten Meistertitel. Selbst ist Egon Andris im Seniorensport aktiv. Er nahm 2002 an der Europameisterschaft teil, errang die Meistertitel des Landes Brandenburg und Norddeutschlands. 2005 wurde er Dritter bei der westdeutschen Winterwurfmeisterschaft. Als Mitglied der Seniorenredaktion der „Märkischen Allgemeinen“ veröffentlichte er zahlreiche Artikel über das Schicksal und die Geschichte der Deutschen in Russland. Insgesamt hatte er seit der Einreise mehr als 30 Veröffentlichungen in den Medien Deutschlands und Russlands und betreut regelmäßig die Aussiedler im Kreisverein BdV Bochum.
Er betreut als Übungsleiter im Leichtathletikverein USC Bochum den Wurfbereich und bildete in Bochum erstmals eine Gruppe Hammerwerfer und Hammerwerferinnen. Die Bochumer Hammerwerferinnen wurden in den letzten drei Jahren Westfalenmeister und halten Rekorde in ihrem Bereich.

E-mail: egon-andris@web.de