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Die Internationale Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur( IAFGKRD )


Die Assoziation existiert seit September 1994, als die Teilnehmer der deutsch-russischen wissenschaftlichen Konferenz „Russlanddeutsche im Kaukasus, am Don und an der Wolga“ die Entscheidung trafen, die „Assoziation der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur“ zu gründen. Dies erfolgte nach ihrer Analyse des „gegenwärtigen Standes der wissenschaftlichen Forschungen“. Auf der Konferenz wurde auch der Koordinierungsrat für Absprachen über die wissenschaftliche Tätigkeit und für Ausarbeitungen des Statutes der künftigen Assoziation gegründet. Im Laufe des Jahres arbeitete der Rat aber nicht nur das Statut aus, sondern er gab auch das informative wissenschaftliche Bulletin heraus, das später zu eine offiziellen Ausgabe der Assoziation mit dem Titel „Die Russlanddeutschen“ wurde. Es wird quartalsmäßig herausgegeben.

Die offizielle Gründung der Assoziation wurde im September 1995 in der Stadt Anapa auf der zweiten internationalen Konferenz der Forscher der russlanddeutschen Geschichte und Kultur öffentlich bekannt gegeben. Die Gründungsversammlung fand am 6. Februar 1996 statt. Man nahm das Statut der Assoziation an. Im Mai 1996 wurde die Assoziation ins Register des Justizministeriums der RF eingetragen. Das erste Direktorium bestand aus 7 Mitgliedern, darunter A. Eisfeld, E. Barbaschina, A. German, L. Malinovskij, V. Petri, I. Pleve, S. Smirnizkaja. I. Pleve wurde zum Vorsitzenden der Assoziation gewählt, A. Eisfeld und E. Barbaschina zu den Stellvertretenden und V. Petri zum verantwortlichen Sekretär.
Das Statut bestimmt folgende Ziele der Assoziation:

  • Erhaltung des historischen und kulturellen Erbes der Russlanddeutschen;

  • Erlernung der Kulturtraditionen und Religionsbräuche;

  • Wissenschaftliche Forschungen auf dem Gebiet der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen;

  • Koordinierung der wissenschaftlichen Forschungsarbeiten in den verschiedenen Regionen Russlands, Kontaktaufnahme unter den Forschern;

  • Aufnahme der wissenschaftlichen Beziehungen zwischen den gesellschaftlichen Organisationen in Russland und im Ausland“

Ihren Zielen entsprechend brachte die Assoziation die Arbeit zu folgenden Hauptthemen auf den Weg:

  • Organisation der wissenschaftlichen Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen in den alten und neuen Regionen der Kompaktsiedlungen der Russlanddeutschen;

  • Lernen aus den Archivmaterialien und Finden der historischen und kulturellen Dokumente der Russlanddeutschen, Zusammenarbeit mit den Zentral- und Regionalarchiven der notierten Verzeichnisse, Register, und Dokumentensammlungen;

  • Durchführung von Forschungsarbeiten;

  • Durchführung von soziologischen Forschungen;

  • Auswertung und Systematisierung der wissenschaftlichen Forschungen und Approbation auf den regelmäßigen internationalen wissenschaftlichen Konferenzen;

  • Verlagstätigkeit;

  • Auskunfts- und Informationsarbeit mit Herausgabe des informationswissenschaftlichen Bulletins „Die Russlanddeutschen“;

  • Popularisierung der Geschichte der Russlanddeutschen durch Ausarbeitung methodischer Lehrwerke und Materialien und der Organisation und Durchführung von historischen und heimatkundlichen Tätigkeiten.

Die Forschungsarbeiten in den Regionen erweckten großes Interesse bei den örtlichen Forschern, und sie begannen, an der Tätigkeit der Assoziation aktiv teilzunehmen und deren Mitglieder zu werden. Mit der Zeit wurden wissenschaftliche Zentren in Saratov, Omsk, Novosibirsk, Barnaul, Tomsk, Wolgograd, Sankt-Petersburg, Moskau und in anderen Städten gegründet. Neben Russland erschienen solche Zentren auch in Dnepropetrovsk, Donezk, Odessa, Simferopol, Baku, Alma-Ata, Ustj-Kamenogorsk, Karaganda. Die Veteranen L.V. Malinovskij, I.M. Kulinitsch, W.G. Tschebotarjova, L.P. Belkovetz, die ihre ersten Arbeiten zum Thema der Deutschen noch zu Sowjetzeiten veröffentlicht hatten, sowie auch viele Forscher jungen und mittleren Alters begannen ihre Forschungstätigkeit. Unter ihnen waren nicht nur Hochschullehrer, wissenschaftliche Mitarbeiter der wissenschaftlichen Forschungsinstitute, Doktoranden und Aspiranten, sondern auch Studenten.

Während der vergangenen Jahre erschienen Dutzende von Habilitationsarbeiten und es wurden viele Doktorarbeiten (N.E Waschkau, A.A. German, T.S. Ilarionova, O.A. Litzenberger, W.I. Matis, L.I. Moskaljuk, I.R. Pleve, T.N. Plohotnjuk ua.) verteidigt.

Während all dieser Jahre der Tätigkeit arbeitete die Assoziation mit dem Institut der deutschen und Osteuropäischen Forschung in Göttingen (Deutschland) unter der Leitung von Dr. A. Eisfeld aktiv und eng zusammen. Sie realisierten viele gemeinsame Projekte und Herr Dr. Eisfeld und der Institutsmitarbeiter W. Herdt wurden später zu Assoziationsmitgliedern. Zurzeit ist das Institut eine Filiale des Instituts für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa. Dr. A. Eisfeld stieg zum stellvertretenden Direktor auf und leitet gleichzeitig noch die Filiale.

In ihrer Tätigkeit stützte sich die Assoziation bis heute auf die Beihilfe der Regierungen Russlands, Deutschlands und anderer Länder, wo die Assoziationsmitglieder arbeiten.

Zum Erfolgspfand wurde die gemeinsame Suche nach neuen Themen für weitere Forschungen, die Kollegialität und der grenzenlose Enthusiasmus. Dadurch ist es gelungen, z.B. die historisch-ethnographische Forschungen in den ehemaligen deutschen Siedlungen im Westsibirien, an der Wolga, auf der Krim, in den Gebieten der Ukraine: Dnepropetrovsk, Donezk, Saporoshje, Herson und Odessa zu organisieren.

Die Museumsfonds wurden durch neue Sammlungen zur deutschen Geschichte und Ethnographie vervollständigt. Als z.B. die Expeditionssammlungen des Saratover Museums mit Vorkriegssammlungen vervollständigt wurden, wurde im Anschluss auch gleich die Sammlung des Omsker Museums von Grund auf neu für kurze Zeit formiert. Außer der Gründung der stationären Ausstellungen und Wanderausstellungen gaben die historisch-heimatkundlichen Museen der Gebiete Omsk, Saratov und Odessa die Kataloge der vorhandenen Fondssammlungen zur Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen aus diesen Regionen heraus. Erfreulich ist es, dass die Administrationen des Gebietes Orenburg, des Rayons Asovo des Omsker Gebiets und des Rayons Halbstadt in der Altajer Region viel für die Durchführung von Forschungen und zur Gründung kleiner Museen in den Rayons beitrugen. Die Sonderkollektionen wurden in der Omsker Universität und in der Dnepropetrovsker Universität gesammelt. Viele interessante „deutsche“ Exponate wurden von den Kollegen in Sankt-Petersburg (Kunstkammer, Russisches ethnographisches Museum) in ihren Fonds gefunden,


Wissenschaftliche Konferenzen
Die Resultate der wissenschaftlichen Forschungsarbeit wurden auf den wissenschaftlichen Konferenzen der Assoziation vorgetragen, die seit 1994 fast jedes Jahr stattfanden. Dem Stand von Ende 2012 nach wurden 17 Konferenzen durchgeführt.

 


Die Teilnahme an den Konferenzen ist nur möglich aufgrund eines Wettbewerbs (Wettbewerb der Thesen). In der Regel gibt es für einen Platz 2 oder 3 Bewerber. Insgesamt nahmen jedes Mal 20 bis 51 Menschen an der Arbeit einer Konferenz teil. Die Anzahl der Teilnehmer jeder Konferenz hing in erster Linie von den materiellen Möglichkeiten ab.
Neben den Materialien aller Konferenzen wurden auch Sammlungen aller Vorträge herausgegeben. Die erste Sammlung wurde vom Kandidaten der historischen Wissenschaften E.A. Scherwud ausgearbeitet, die zweite Sammlung vom damaligen Kandidaten der historischen Wissenschaften I.R. Pleve; die 3., 4. und 5. Sammlung wurden von I.R. Pleve und A.A. Germann redigiert. Alle weiteren Sammlungen wurden unter der wissenschaftlichen Redaktion des Doktors der historischen Wissenschaften und Professor A.A. Germann herausgegeben.

Die Assoziation half bei der Vorbereitung und Durchführung einer Reihe von regionalen wissenschaftlichen Konferenzen für Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen, die in Omsk, Saratov, Orenburg, Dnepropetrovsk, Odessa, Baku und einigen anderen Städten und Regionen durchgeführt wurden.

Die Assoziationsmitglieder nahmen aktiv am Projekt der Öffentlichen Akademie der Wissenschaften der Russlanddeutschen für die Vorbereitung der dreibändigen Enzyklopädie „Deutsche Russlands“ (1995—2006) teil. Sie schrieben nicht nur mehr als die Hälfte aller Artikel, sondern auch alle wichtigsten und größten Artikel.

Die Assoziationsmitglieder gaben im Rahmen der Assoziationstätigkeit so wie auch außerhalb dieser Tätigkeit Dutzende von Monographien, Dokumentensammlungen, annotierten Archivverzeichnissen und Registern und Hunderte von Artikeln heraus. Eine aktive Verlagstätigkeit zugunsten der Assoziation führte auch der Internationale Verband der deutschen Kultur, das Institut der deutschen und Osteuropäischen Forschungen in Göttingen, das Zentrum der Geschichte- und Kulturforschung der Russlanddeutschen innerhalb der historischen Fakultät der Saratover staatlichen Universität, das Omsker historisch-heimatkundliche Museum, das Institut der deutsch-ukrainischen historischen Forschungen der Dnepropetrovsker nationalen Universität, andere wissenschaftliche Organisationen und Hochschulen. Heute kann man schon ohne falsche Bescheidenheit von der Formierung einer selbständigen wissenschaftlichen Richtung und von der Schaffung der breiten Historiographie der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen sprechen. Die Arbeiten der Assoziationsmitglieder sind in den modernen Ausgaben der russischen und internationalen Bibliographie zu finden.

Heutzutage sind 79 Wissenschaftlern (Historiker, Ethnographen, Soziologen, Philologen, Kulturwissenschaftler und Kunstforscher) aus 8 Ländern: Russland, Aserbaidschan, Deutschland, Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan, Japan und der Ukraine) Mitglieder der gesellschaftlichen Organisation IAFGKRD .