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Die Deutschen auf dem Zarenthron - eine Veranstaltung in Köln


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In den Räumen der PAREA in Köln Chorweiler waren am Abend des 24. September 2008 alle Stühle besetzt. Die zahlreichen russischen und deutschen Zuhörer hatten sich zu einer Veranstaltung des Verbandes IRWA eingefunden. Das Thema des Abends lautete: "Die Deutschen auf dem Zarenthron".

Der junge Referent, ein Doktorand der Politikwissenschaft und Schriftsteller, war Illya Kozyrev. Moderiert wurde der Abend von Frau Inga Gerhard.

Von Bildmaterial unterstützt, sprach Illya Kozyrev über die beiden Frauen, die als Deutsche durch Heirat auf den Zarenthron gelangten und in unterschiedlicher Weise die russische Geschichte mitprägten: da ist zu zunächst Katharina II - Jekaterina Welikaja /geborene Sophia Frederike von Anhalt- Zerbst - die als russische Herrscherin von 1762 bis 1798 die Geschicke Russlands lenkte.

In die Zeit ihrer Regierung fiel die erfolgreiche massenhafte Anwerbung und Ansiedlung der Wolga - Deutschen im russischen Imperium, das unter der deutschen Zarin bis zum Schwarzen Meer expandierte.

Ein Jahrhundert später wird eine zweite Deutsche an der Seite von Nikolaus II. zur russischen Herrscherin gekrönt: Alexandra Fjodorowna (1872-1918), die als Alix von Hessen-Darmstadt geboren worden war. Ihr Vater war der Großherzog von Hessen, ihre Mutter - die zweite Tochter der britischen Queen Viktoria. Die Zuneigung der attraktiven Prinzessin zum russischen Thronfolger mündete schließlich in der Ehre mit Nikolaus II. Ihre Jahre auf dem Herrscherthron standen allerdings unter der Geburt von vier Töchtern und sie bringt einen Thronfolger zur Welt. Der kleine Alexej hatte die Blutkrankheit und nimmt so sehr die Fürsorge der Mutter in Anspruch, dass diese ihre repräsentativen Pflichten nur selten wahrnehmen kann. Als angeblicher Wunderheiler übt Rasputin in der Romanow-Familie einen unguten Einfluss aus. Die innenpolitischen Probleme häufen sich.

Im Verlauf des I. Weltkriegs kommt es 1917 zum politischen Umsturz und damit zum Ende der Zarenherrschaft. Im Gefolge der Revolution werden schließlich im Jahre 1918 auch die Mitglieder der letzten Zarenfamilie zu Opfern des politischen Umbruchs.

In der anschließenden Diskussion konnten weitere Fragen geklärt und Ergänzungen gemacht werden. Der interessante Abend, mit ca.50 Gästen, endete mit einem geselligen Imbiss und mit dem Versprechen von Illya Kozyrev, seine Doktorarbeit, die in ein paar Monaten erscheinen wird, bei IRWA vorzustellen.


Karl Hennig

Teilnehmer der Veranstaltung