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Kulturprojekte

Kulturveranstaltungen Frühjahr 2008


In dem Rundschreiben 2/2008 des Landesbeirates für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen ist ein Artikel über unsere Kulturarbeit erschienen. Eine Zusammenfassung des Artikels können Sie hier auf unsere Internetpräsenz nachlesen.

Literarisch - musikalische Veranstaltung mit Buchausstellung
"Faust & Co - Auf der Spur vom großen Goethe"

RWA der Verband zur Integration der Wissenschaftler und Akademiker aus den GUS Ländern ist seit Jahren in Köln erfolgreich tätig und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Belange der russlanddeutschen Wissenschaftler und Akademiker zu vertreten, zu fördern, und außerdem die breiten Massen der neuen Mitbürger aus der ehemaligen UDSS Rallgemein zu informieren und bei der kulturellen Vermittlung zwischen Russlanddeutschen und Einheimischen einen Beitrag zu leisten. In diesem Jahr hat IRWA ein neues Projekt gestartet, eine Förderung des kulturellen Dialogs Über Kultur und Kunst zu einander finden.

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Moderatorin (r.), Dichterin Natalie Gerhart

Im Rahmen der geplanten Veranstaltungen des Projektes haben sich am 12.März 2008 25 Gäste des Verbandes IRWA in den Räumen PAREA im Kölner Stadtteil Chorweiler eingefunden. Entspannt konnten sie Kaffee und Kuchen genießen. Gespannt sein konnten sie auf das literarische Programm, das ihnen geboten wurde. Es ging um den vielleicht bedeutendsten deutschen Dichter: Johann Wolfgang GOETHE (1749-1832).

Frau Gerhart, eine Mitarbeiterin des Verbandes IRWA, hatte sich das Ziel gesetzt einen Einblick in Goethes Leben und Schaffen zu vermitteln. Neben biographischen Informationen sollte Goethe im Originalton nicht zu kurz kommen. Dazu eignen sich als kleine und in sich geschlossene Form Gedichte. Die repräsentativen Texten aus dem umfangreichen lyrischen Werk des deutschen Klassikers wurden vorgetragen von 2 Russlanddeutschen Dichterinnen: von Alyona Akatova - Rösler (geboren in Moskau) und von Marina Zaretskaja (geboren in Kazan), die bereits eigene Gedichte veröffentlicht haben. Der dritte im Bunde war der Kölner Karl Hennig, ein Kölner Philologe, der sich seit vielen Jahren auch mit russischer Literatur und Kultur beschäftigt. Er benannte noch einmal diejenigen Elemente, die Goethes einzigartiges Genie ausmachen: so z.B. seine lebenslange Produktivität in allen literarischen Gattungen, seine Zeitzeugenschaft eines Epochenbruchs ( die französische Revolution von 1789 ) und sein Platz in der "Weltliteratur". Diesen Begriff verwendete übrigens Goethe als erster. Die Gedichtevorträge, die z. T. auch in russischer Übersetzung präsentiert wurden, beleuchteten exemplarisch sowohl Goethes Liebes,- und Naturlyrik, als auch die philosophische Seite des Dichters, wie z.B. im Gedicht "Selige Sehnsucht" aus dem Zyklus "Öst - Westlicher Diwan" Aufmerksam hörten die Besucher der Darbietung zu. Wie im Fluge verging die Zeit. Herzlich war der Applaus. Am Ende konnten sich auch die Vortragenden entspannt an den Kaffetisch setzen.

"Russland - alter Freund mit neuen Gesicht"
Buchpräsentation mit anschließendem
Vortrag über die Integration der Spätaussiedler in Deutschland

Bei der Veranstaltung am 25. Januar 2008 im Kölner Norden im Rahmen dieses Projekts hat unser Mitglied, Politikwissenschaftler und Autor Illya Kozyrev im Rahmen eines Diskussionsabends sein neues Buch "Russland - alter Freund mit neuem Gesicht. Beziehungen zwischen Russland und Deutschland in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" vorgestellt und daraus ein Kapitel über die Integration von Russlanddeutschen vorgetragen. Illya Kozyrev berichtete auch über das gegenwärtige Forschungsvorhaben der Hochschule Vechta zu diesem Thema, an dem er selbst ist.

Dieses Buch bietet keinen gewöhnlichen Vergleich zwischen Russland und Deutschland, der Autor zeigt vielmehr das heutige Russland, indem er Schlüsselfragen nachgeht: Wo liegen die geschichtlichen Verknüpfungen beider Länder? Was bedeutet Russland heute? Warum wird es in der heutigen Literatur so häufig als Putins Russland bezeichnet? Und natürlich sind die aktuellen Fragen einbezogen: das Problem der Integration der Russlanddeutschen in Deutschland, die Entwicklung demokratischer Strukturen in Russland und die Zukunft der deutschrussischen Beziehungen.

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Der Autor Illya Kozyrev (r) mit einigen Teilnehmern

Zur Zeit sind in Deutschland unter den insgesamt 8 Millionen Ausländern etwa 3 Millionen russlanddeutsche Aussiedler. Anfang der 90er Jahre hatten die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in Deutschland zugenommen, wobei gleichzeitig auch die Zahl der Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion anstieg. Einer der Störfaktoren bei der Integration der Russlanddeutschen in ihrer deutschen Heimat ist die Verbreitung stereotyper Bilder dieser Bevölkerungsgruppe in den Medien und in der deutschen Gesellschaft. Die Stadt Köln gilt in Deutschland als die internationalste, liberalste und toleranteste Stadt. In der Rheinmetropole gibt es ca. 57 Tausend russlanddeutsche Bürger.

Sowohl von Seiten der Stadt Köln, als auch durch Initiativgruppen und Vereine wurden bereits Integrationsprojekte ins Leben gerufen. Die Millionenbevölkerung der Stadt beherbergt insgesamt ca. zwei Hundert Tausend Ausländer. Seit Jahren entwickeln sich Mikrostädte in Köln, Stadtteile, die überwiegend von Vertretern einer Nation bewohnt werden. Köln-Chorweiler, Köln-Meschenich oder Porz sind solche Gebiete, die man als parallele Welten bezeichnen kann.

Tausende von Russlanddeutschen und Migranten aus der UdSSR leben bevorzugt in eben solchen Stadtteilen, um ihre Probleme mit der deutschen Sprache und ihre Unsicherheit im täglichen Umgang auf ein Minimum zu reduzieren. In diesen kleinen Mikrowelten sind Anschauungen, Sitten und Gebräuche russisch, die Umgangssprache ist Russisch (besonders in Chorweiler), es gibt russische Geschäfte, Nachbarn, Ärzte, Frisöre. Die Bewohner wollen das Gefühl einer gewissen Sicherheit spüren. Wenn für die älteren Migranten eine solche Parallelwelt eine angenehme Notwendigkeit ist, so erweist sich diese bei den jüngeren, fortschrittlicheren Migranten eher als ein Hindernis in Bezug auf Integration.

Diese parallelen Welten verringern die Chancen der jungen Menschen für eine erfolgreiche Zukunft. Die Jugendlichen fühlen sich vernachlässigt und minderwertig im Vergleich zu ihren gleichaltrigen, einheimischen Deutschen. Die Voraussetzungen für Aggressivität und Kriminalität sind greifbar und ein Nährboden für klischeehafte Bilder von Russlanddeutschen ist auch gegeben.

Musikveranstaltung "Deutsche Lieder berühren mein Herz"

Die Veranstaltung hat am 2. Mai 2008 um 17Uhr im Gästehaus St. Georg zusammen mit dem Maximilian-Kolbe Werk stattgefunden und hatte einen regen Zulauf an Besuchern. Die Teilnehmer haben zusammen mit den Künstlern alte deutsche Lieder gesungen und wurden durch das Klavier musikalisch unterstützt. Aufgetreten sind Hilke Helling und Gerda Schaarwächter. Die Leitung und Moderation hatte Inga Gerhart. Durch die Auswahl der Lieder ( Der Mai ist gekommen ...) und die tolle Atmosphäre haben auch alle Teilnehmer mitgesungen.

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Der Autor Illya Kozyrev (r) mit einigen Teilnehmern

Dr. Edgar Flick

Vorsitzender IRWA